Minimalismus im Elbsandsteingebirge

Minimalismus  im Elbsandsteingebirge…

und was ich daraus für mich mitnehme

Eben komme ich von einer 5-tägigen Wanderung aus dem Gebirge zurück. Und nachdem ich ja schon kürzlich über eine 12h-Wanderung geschrieben habe, ist diese doch ein sehr interessanter Anknüpfungspunkt, um mal darüber zu berichten, wie ich diese Tour geplant, wo sie mich hingezogen und was sich so ereignet hat.

Gerade läuft auch noch eine Blogparade auf dem Blog von Renate „Raus ins Leben“ bei dem es um Souvenirs geht. Und daher werde ich diese Frage am Ende auch noch beantworten.

Meine Gründe für die Auszeit

Es wurde wieder einmal Zeit. Nicht, daß ich übermäßig viel Stress habe. Das habe ich bereits 2012 hinter mir gelassen. Ich wollte aber nach einer längeren Pause endlich mal wieder einen längeren Zeitraum auf mich allein gestellt sein. Keine Verantwortung für andere, sondern nur noch für mich. Wieder zu mir kommen, schauen, ob mein Leben noch auf Spur verläuft oder es doch mal wieder Zeit für eine Veränderung gibt.

Ein Ausstieg auf Zeit. Nach meiner Erfahrung aus den letzten fünf Jahren gibt es nichts besseres, um zu klaren Gedanken und neuen Einsichten zu gelangen.

Abschalten und entschleunigen.  Das war es, was ich wollte.

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Die Planung

Geplant war bei dieser Reise fast nichts. Zwei Wochen zuvor habe ich mit meiner Frau gesprochen und ihr mitgeteilt, dass ich eine Auszeit brauche. Ein Blick auf den Kalender gab ein Fenster von 5 Tagen frei. Es folgte dann eine Überlegung, wo es hingehen sollte. Zur Auswahl standen die Ostseeküste von Polen nach Deutschland zu wandern, eine Wanderung von Holland zu uns und das Elbsandsteingebirge.

Fest stand, dass ich keine Unterkunft wollte, sondern in der Natur übernachten wollte. Daher schied zunächst einmal Holland aus. Für die Wanderung nach Polen hätte ich für die Anreise zum gesuchten Startpunkt wahrscheinlich 1 1/2 Tage benötigt. So blieb dann das Elbsandsteingebirge. Hier war eine Anreise innerhalb weniger Stunden möglich. So war dann ein Trip mit nahezu 4 1/2 Tagen wandern möglich.

Elbsandsteingebirge Basteibrücke
Elbsandsteingebirge Basteibrücke

Los geht’s

Hier also mal mein Erfahrungsbericht zu 5 Tagen NATUR PUR.

NATUR PUR? Ja, Natur pur, womit ich sagen will, dass ich in den fünf Tagen auch in den Bergen übernachtet habe und somit rund 110 Stunden draußen war.

Und da ich auf einer solchen Tour alles mitschleppen muss, gilt es, alles an Gepäck zu überdenken. Immerhin zählt jedes Gramm am Ende des Tages.

Bei der Auswahl meines Gepäcks habe ich nach jeder meiner Wanderungen dieses immer weiter minimiert, und doch denke ich jedes mal aufs Neue darüber nach, was es wirklich braucht. So wie der griechische Philosoph Sokrates es zu seinen Lebzeiten feststellte, stelle ich dann auch jedesmal aufs Neue fest:

„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.“
Sokrates

Und natürlich ist das auch auf unser tägliches Leben übertragbar.

Da häufen wir dann so viele Dinge an. Die Erkenntnis, das ich es nicht wirklich brauche, lässt mir an dieser Stelle die Angst vor einem eventuellen Verlust verlieren.

Abmarschbereit
Abmarschbereit

Doch was braucht es denn nun wirklich. Auf dieser Wanderung, die mich ins Elbsandsteingebirge geführt hat, habe ich die folgenden Dinge in meinem Rucksack mit mir geführt:

  • Schlafsack
  • Isomatte – 5 mm dick, einseitig mit Alufolie beschichtet
  • Bauplane  2 * 3 m² – als Zeltersatz für den eventuellen Bau eines Tarps
  • Taschenlampe
  • kleines Erste Hilfe Pack
  • Messer
  • Beil
  • 1 Jacke mit Futter
  • 1 T-Shirt
  • 2 Unterhosen
  • 2 Paar Strümpfe
  • 1 Zip-Hose
  • Action Cam (rein fürs Hobby)
  • Digitale Spiegelreflexkamera (ebenfalls Hobby)
  • 2 Wasserflaschen a 1l
  • Proviant für 4 Tage (Brot, Salami, Käse und Konserven)
  • Esbit Kocher
  • Esbit
Ausrüstung
Meine Ausrüstung unterwegs

Doch gerade beim Proviant ließe sich eine Menge einsparen. So sind gerade in Deutschland die Möglichkeiten zur Beschaffung von Proviant immens. Hier würde ich zukünftig nur das mitnehmen, was ich bis zum nächsten Tag benötige. So sind dann schnell um die zwei bis drei Kilo gespart.

Wundervolle Natur

Sonnenaufgang über den Lehnsteigtürmen
Sonnenaufgang über den Lehnsteigtürmen

Das besondere an dieser Wanderung ist die Schönheit der Natur.
Ob es nun die Wege zu den einzelnen Gipfelaussichten waren oder die Begegenungen mit den Tieren und Pflanzen, wie z.B. dem Schwarzspecht, dem Eisvogel oder dem Graureiher.

Eisvogel
Eisvogel
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Eichhörnchen

Begegnungen mit Gleichgesinnten

Auch die Begegnungen mit Gleichgesinnten auf dem Weg sind eine Bereicherung für den Alltag. Man trifft sich, tauscht sich aus und teilt seine Mahlzeit mit den anderen. Schnell vertiefen sich die Gespräche auch einmal und ich nehme immer sehr viele positive Eindrücke mit nach Hause.

Menschen unterwegs
Menschen unterwegs

Die Bewegung in der Natur macht mich einfach zu einem zufriedenen und glücklichen Menschen. Kürzlich habe ich ja schon die Frage aufgeworfen, ob Wandern besser als Sex ist. In dem Artikel ging es auch darum, was unserem Gesundheitssystem der all gegenwärtige Bewegungsmangel kostet.

Ich würde nun nach dieser Woche nicht unbedingt behaupten wollen, das Wandern besser als Sex ist. Es ist einfach eine andere Form der Zufriedenheit.

Aber, und das sage ich aus voller Überzeugung, macht die Bewegung einfach glücklich.

Was ich nach einer Wanderung mitnehme

Nach Tagen in der Natur geht es mir immer so, wie dem griechischen Philosophen Epikur.

„Mein Körper strömt über vor Leichtigkeit, wenn ich von Brot und Wasser lebe, und ich spucke auf die Freuden des prachtvollen Lebens, nicht ihrethalben wohlgemerkt, sondern wegen der Beschwerden, die sie mit sich bringen.“
Epikur

Und so ist dann mein Geist scharf und klar, ich selber voller Energie.

Ich weiß wieder um so mehr zu schätzen, was ich habe und erleben die Dankbarkeit wieder neu. Und hier vor allem die Dankbarkeit dafür, daß ich am Leben bin :).

Souvenirs

Natürlich nehme ich auch Andenken mit.
Für mich: Eine Sammlung von Fotos der Landschaften, der Flora und Fauna und der Begegnungen. Und jede Menge Erinnerungen.

Aussicht von einer meiner Schlafplätze
Aussicht von einer meiner Schlafplätze
Wilde Hölle
Wilde Hölle

Gerade diese Erinnerungen sind für mich das wundervollste.  Sie bereichern unser Leben, lassen uns wachsen und stärker werden.

Reiseberichte: Ich schreibe sehr gerne Berichte zu meinen Reisen, so wie diesen Kurzbericht. Lege Fotoalben an, in denen dann auch diese mit festgehalten werden.

Für meine Frau: Meine Frau sammelt Kühlschrankmagneten und so bringe ich ihr natürlich welche mit.

Lust auf ein Abenteuer

Hast Du nun auch Lust bekommen, ein solches Abenteuer zu erleben?
Fehlt Dir der Mut dazu, alleine in der Natur zu übernachten?

Ich helfe auch Dir, dein Abenteuer zu bestehen bzw. dich darauf vorzubereiten. Nimm einfach Kontakt zu mir auf. Du möchtest mehr lesen? Dann trage dich für den Newsletter ein.

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wer schreibt denn hier

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Me_webFrank Ohlsen ist Entspannungstrainer und Outdoorcoach mit den Schwerpunkten Achtsamkeit, Mentaltraining und Persönlich-keitsentwicklung. Seine Vision von einer besseren Welt lautet: Meine Reisebegleiter jeden Tag ein bisschen glücklicher machen und Wege aufzeigen, dass es so bleibt.

6 Gedanken zu „Minimalismus im Elbsandsteingebirge“

  1. Lieber Frank,

    herzlichen Dank, dass du an meiner Blogparade teilnehmst. Durch sie lerne ich immer neue wunderbare Blogs kennen. Erlebnisse und Erinnerungen sind doch eigentlich die besten Souvenirs, die wir von unterwegs mitbringen können.

    Im Elbsandsteingebirge war ich noch nie. Habe aber schon viel Gutes davon gehört. Um meinen Heimatort, Boppard, herum gibt es viel Wald und jede Menge schöne Wanderwege zum Entdecken.

    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Renate

    PS. Werd noch ein bisschen auf deinem Blog stöbern.

  2. Hey Frank, schön auf deinen Blog zu stoßen. Da vertreten wir ja ähnliche Ansichten. Ich finde es toll wie du Deinen Blog gestaltet hast. Sehr übersichtlich und auch gleich mit den passenden Angeboten.
    Minimalismus, Bewegung, Natur und das zu tun, was man liebt ist eine riesen Bereicherung für das Leben.
    Grüße von Robert ak „Wildgrünwanderer“.

  3. Wow,
    ich muss gestehen, bisher habe ich doch Angst, in der Natur zu übernachten. Aber deine Ausführungen hören sich wirklich toll an.
    Ich finde deinen Blog immer wieder spannend und lese sehr gerne hier, wenn ich die Zeit finde.
    Alles Liebe
    Gabi

    1. Für mich ist es tatsächlich immer wieder eines der schönsten Abenteuer, eine Nacht im Freien zu verbringen. Hier merke ich immer wieder sehr schnell, wie wohltuend es ist und wie schnell wir in unseren natürlichen Biorhythmus zurück finden. Auf einmal schlafen wir, wenn es dunkel wird und erwachen, wenn der Tag erwacht.

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