Die Natur allein ist unendlich reich und bildet den großen Künstler.

Gastartikel – Wozu Zeitverschwendung in der Natur gut ist.

Gastartikel – Wozu Zeitverschwendung in der Natur gut ist.

Vor einiger Zeit habe ich Marie Gräff vom Blog Schwellentroll eingeladen, einen Gastartikel bei mir zu verfassen und dieser Einladung ist Marie mit dem hier vorliegenden Artikel gerne nachgekommen.
Wenn du bereits mein e-book „Glück hat viele Gesichter“ gelesen hast, wirst du auch schon Marie kennen. Denn dort hat Sie bereits mit einem Artikel zum Erfolg beigetragen.

Zur Person:
Marie Gräff bloggt auf www.schwellentroll.de über die Kunst, als Künstler zu leben, die Aktivierung der eigenen kreativen Energie und die Überwindung von Kreativitäts-Blockaden. Schau doch mal vorbei!

Mit dem hier vorliegenden Artikel spricht Marie mir wieder einmal aus der Seele.
Ihren Schwellentroll würde ich persönlich als unseren „inneren Kritiker“ bezeichnen. Du kennst das sicher, dieser schlägt immer dann zu, wenn wir es überhaupt nicht gebrauchen können, und redet uns ein schlechtes Gewissen ein.  Doch nun genug meiner Worte, hier nun Marie’s Artikel.

Wozu Zeitverschwendung in der Natur gut ist.

Ich gehe ja wirklich gerne spazieren und wandern. Und jedes Mal habe ich das gleiche Problem. Vor allem dann, wenn ich zu Zeiten unterwegs bin, zu denen ‚man‘ arbeitet. Welches Problem ich habe? Da meldet sich jemand. Mein Schwellentroll.

Kaum ziehe ich die Schuhe an, geht es auch schon los:

„Sag mal, was willst du eigentlich da draußen? Ist doch reine Zeitverschwendung. Als hättest du nichts Besseres zu tun. Du hast heute eindeutig noch nicht genug gearbeitet. Und was ist mit dem Haushalt? Sieh dir nur mal an, wie die Küche aussieht!“

Manchmal kann ich den Schwellentroll dann mit der Sport-Ausrede besänftigen. Bewegung ist ja schließlich vernünftig, nicht wahr?
Das Problem daran ist, dass dieser fiese Geselle mir spätestens dann die Sport-Story nicht mehr glaubt, wenn ich es mir im Gras bequem mache…

Es hilft also nichts, der Schwellentroll ist nicht still zu kriegen.
Was nun? Hat er am Ende sogar recht und das Draußen-Sein ist nichts als reine Zeitverschwendung?

Falls dein Schwellentroll die Ausflüge in die Natur genauso wenig toleriert wie meiner, habe ich hier einige Argumente für längere Spaziergänge zusammengestellt. Ich behaupte nämlich, dass es gerade für kreative Menschen ungeheuer wichtig ist, Zeit in der Natur zu verbringen.

Nett entspannt ist halb gewonnen

Ich bin einer von den Menschen, die an ihren Projekten klammern wie Terrier am Hosenbein des Briefträgers. Ich plane, ich stelle mir einen Wecker, ich ziehe es durch. Das ist eine ganz wunderbare Eigenschaft, wenn es um das Ausfüllen einer Steuererklärung oder das systematische Sortieren von Socken geht – also um alle Tätigkeiten, für die du keine höhere Eingebung brauchst (okay, bei der Steuererklärung bin ich mir nicht ganz sicher… ;-)).
Mit der Kreativität ist das aber so ein Ding. Klar kannst du Kreativitätszeit einplanen. Und das ist auch ganz wichtig, damit dich dein Schwellentroll nicht überlistet.
Doch wirklich geniale Ideen wollen nicht in Terriermentalität beknabbert werden. Sie wollen die Chance bekommen, zu dir zu kommen. Und zwar wann und wie sie wollen.
Ideen sind wie launische Geliebte. Gerade wenn du professionell kreativ tätig bist und Deadlines hast, machen sie dir ausgerechnet dann eine Szene, wenn du es gar nicht brauchen kannst. Du arbeitest wie verrückt für dein Projekt und an der wirklich entscheidenden Stelle fahren deine Ideen für eine Woche ans Meer. Du aber bleibst zurück und erleidest einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen, weil du einfach nicht weißt, wie du dein Projekt ohne eine gehörige Portion an Genialität fertigstellen sollst.

Ergo, wir brauchen einen Plan.

Ideen brauchen Zeit zum Wachsen, genau wie Gras. Und das wächst ja bekanntlicherweise auch nicht schneller, wenn man daran zieht. Was du brauchst, um regelmäßig gute Ideen zu haben, ist Entspannung. Und ein Tapetenwechsel.
Und was bietet sich da besser an als ein Ausflug in die Natur?

Ich habe festgestellt, dass mir beim Spazierengehen die besten Ideen kommen. Die Mischung aus Bewegung, Abwechslung und dem Loslassen der täglichen Sorgen wirkt auf mich wie ein kräftiger Regenschauer, der die Pflanzen wachsen lässt.

Mein Tipp Nr. 1 für mehr Kreativität: Gehe regelmäßig in die Natur und genieße einfach. Die Ideen kommen dann ganz von selbst.

Abgucken ist nicht immer schlecht

Als Künstler musst du etwas noch nie Dagewesenes schaffen, richtig? Abgucken? Um Gottes willen! Was bist du doch für ein Scharlatan, einen weiteren Liebesroman zu schreiben, wo es doch schon ein paar Milliarden davon gibt. 😉
Dabei ist diese Angst, jemanden zu kopieren meist vollkommen übertrieben. Ja, es gibt schon zahlreiche Liebesromane. Aber DEINEN Roman gibt es ganz sicher noch nicht. Jeder schreibt anders, jeder gibt den immer gleichen Ideen neue Formen.
Solange du dir die Aufgabe stellst, etwas vollkommen Neues zu schaffen, wirst du immer vor einem unüberwindbar großen Berg an Aufgaben stehen. Wenn du aber beginnst, dich als Teil einer großen kreativen Bewegung, als ein Element zahlreicher Spielarten zu verstehen, verlierst du vielleicht deinen Alleinvertreteranspruch, gewinnst dafür aber etwas Wunderbares: Die Möglichkeit, sich als Teil eines großen Ganzen zu empfinden.

Was das jetzt mit der Natur zu tun hat?

Ganz einfach: Sie ist die epischste Geschichte, das wunderbarste Gemälde, dass du dir nur vorstellen kannst. An keinem von Menschen geschaffenen Ort der Welt gibt es so viele verschiedene Farben. Nirgendwo sonst spielen sich täglich so viele Dramen und so viele Momente voller Liebe ab. Wenn du dich schon inspirieren lässt, warum nicht gleich bei der größten Künstlerin aller Zeiten?

Daher mein Tipp Nr. 2 für mehr Kreativität: Sei aufmerksam, wenn du in der Natur unterwegs bist. Lausche, schauen, nimm vorurteilsfrei wahr. Und mach dir keine Gedanken darüber, wie du das ‚künstlerisch verwerten‘ kannst. Im entscheidenden Moment wirst du es wissen 🙂

Von Spielkind zu Spielkind

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die sich immer noch fragen, ob Kunst nicht etwas vollkommen widernatürliches ist. Solltest du nicht lieber etwas ‚Sinnvolles‘ tun? Etwas, was im Plan des Lebens ‚vorgesehen‘ ist?
Zum Beispiel: Ins Büro fahren, den Rasen mähen, dein Auto polieren…
Wenn dir Kreativität überflüssig oder sogar anmaßend erscheint, lohnt sich ein Blick in die Natur. Wenn es nur um Rationalität geht, warum gibt es dann nicht EINE Sorte roter Blüten, sorgfältig genormt und überhaupt nicht schön, nur als Abholstelle für Pollen und Nektar gedacht? Warum gibt es dort draußen so viel Verschwendung, so viel Spielerisches, so viele liebevolle Details?
Vielleicht sagst du jetzt, dass es in der Natur schon eine höhere Ordnung gibt und alles, so chaotisch es uns auch erscheint, seinen Platz hat. Das ist richtig. Und mit der Kunst ist es genau so. Wenn dort draußen Schönheit so viel Sinn ergibt, wieso sollte es bei dem, was du erschaffst, anders sein?

Mein Tipp Nr. 3 für mehr Kreativität: Nimm dir die Vielfalt an natürlichen Formen zum Vorbild. Dann wirst du nie wieder das Gefühl haben, dass für Kreative kein Platz ist in dieser Welt. 🙂

Hast du Natur schon einmal als Lehrmeisterin in Sachen Kreativität betrachtet? Kennst du noch weitere Zusammenhänge zwischen Kreativität und dem Draußensein? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

PS: Falls du gerade festgestellt hat, dass deine Kreativität alles andere als im Fluss ist, kannst du jetzt entweder einen Spaziergang machen oder dich zu meiner 21-Tage-Challenge ‚Befreie deine kreative Energie‚ anmelden. Und wenn du beides machst, bist du auf der sicheren Seite. 🙂

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!
Liebe Grüße,
Marie

Marie-Graeff-bild Marie ist Schwellentroll-Jägerin, Herzenskriegerin, Künstlerin.

Sie hilft kreativen Herzensmenschen dabei, ihren Schwellentroll zu besiegen und ihre Träume zu leben. Bei Ihr kannst du herausfinden, ob du auch unter dem Schwellentroll leidest.

Für eine kreativere, freiere und glücklichere Welt!

Und weil ich Ihren Artikel so schön finde und wir gemeinsame Ziele haben, habe ich mich auch direkt zu Ihrer 21-Tage Challenge angemeldet.

Und noch eine kleine Anmerkung sei mir gestattet. Neben der Förderung der Kreativität ist die Natur aus meiner Sicht der beste Therapeut in allen Lebenslagen. Mir ist niemand bekannt, der regelmäßig in der Natur ist und dann an Depressionen leidet. Und auch bei Ärger oder Frust gibt es nichts besseres als einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Und wenn der Frust mal richtig groß ist, dann schreie ihn doch einfach mal raus. Im Wald wird es kaum jemand hören.

Du hast auch etwas zu meinen Themen beizutragen und hast Lust, mal etwas zu schreiben? Ich bin offen für weitere Gastbeiträge. Melde Dich gerne bei mir.

15 Gedanken zu „Gastartikel – Wozu Zeitverschwendung in der Natur gut ist.“

  1. Lieber Frank, liebe Marie,

    in der Natur finde auch ich immer wieder beeindruckende Inspirationen für alle Lebensbereiche. Besonders im Frühling spürt man die Kraft des Neuanfangs nach einer langen Phase des winterlichen Rückzugs. Sie lehrt mich immer wieder aufs Neue, dass das Ende einer Lebensphase immer auch das Erwachen einer neuen bedeutet und ein ganz natürlicher Vorgang ist.

    Danke für diesen anregenden Beitrag

    Diana

    1. Liebe Diana,

      ja, die Natur ist eine wunderbare Lehrmeisterin für so ziemlich alle Lebensbereiche. Erst gestern hat mir ein langer Spaziergang über eine richtig fiese Kreativblockade hinweg geholfen. 🙂

      Liebe Grüße,
      Marie

    2. Liebe Diana,
      wie war. Die Buddhisten wissen es genau, es gibt nicht den Tod.Er überführt uns in ein neues Leben.
      So glaube ich auch an das ewige Leben unserer Seele.
      Vielen Dank für diesen Vergleich
      Lieben Gruß
      Frank

  2. Liebe Marie,
    ich hab die Natur immer als Vorbild für meine Quilts genommen. Diese Farbkombinationen und die Formen fallen einem ohne diese Vorlage einfach nicht ein. Und so habe ich z.B. einen Winterquilt (von wegen der Winter ist grau in grau …) und einen, der mich unheimlich an Dänemark erinnert. Dort fand ich die Farbkombination himmelblau, weizenbeige, blättergrün und erika einfach irre.
    LG
    Sybille

    1. Liebe Sybille,

      ja, die Farben in der Natur sind wirklich die beste Vorlage. Ich bin bei der Naturfotografie auch immer wieder erstaunt, was da alles so an Farben in einem Bild auftaucht. 🙂

      Liebe Grüße,
      Marie

    2. Liebe Sybille,
      Die Farben der Natur sind einfach nicht wiederzugeben. Selbst Fotografien schaffen es einfach nicht. Erst gestern Abend auf dem Heimweg in der untergehenden Sonne im Rücken, die die Bäume mit Licht beschienen und dem grauen Himmel im Hintergrund ergeben unglaublich schöne Farbkontraste.
      Einfach wundervoll.
      Liebe Grüße
      Frank

  3. Liebe Marie,
    auch ich kenne das nur zur gut. Man sitzt am Arbeitsplatz und ist wie blockiert. Wenn ich dann aber in die Natur gehe, die Ruhe , die Vielfalt und Schönheit dieser genieße und meine Gedanken einfach nur so ziehen lassen kann, dann löst sich Blockade wie von selbst. Und nicht nur für die Kreativität ist das Spazieren gehen wichtig, auch für die Gesundheit.
    Vielen Dank Frank, dass Du Marie die Möglichkeit gegeben hast, auf Deinem Blog zu schreiben.
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,

      du hast vollkommen recht. Beim Spazierengehen hat man gleich einen doppelten Effekt: Man tut was für seine Kreativität und auch noch für die Gesundheit. Eigentlich perfekt, oder?

      Liebe Grüße,
      Marie

  4. Jajaja, dieser Vergleich ist köstlich und mutmachend: „Ideen brauchen Zeit zum Wachsen, genau wie Gras. Und das wächst ja bekanntlicherweise auch nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Sich gegen Sperren zu wehren, hilft auch nach meiner Erfahrung gar nichts, führt nur zur Verzettelung. Annehmen und in der Natur regenerieren – oder mit der Natur in der Vorstellung meditieren –, das ist die beste Medizin 😉

    1. Liebe Evelyn,
      Ich hole mir auch immer Regeneration in der Natur. Diese bekommen wir nicht, wenn wir in die Stadt gehen, denn dort prasseln einfach zu viele Dinge auf den Geist ein. Doch in der Natur zu sein ist oft schon von ganz alleine beruhigend und meditativ.
      Lieben Dank
      Frank

  5. Liebe Marie, lieber Frank,

    ja die Natur ist wirklich das allerbeste. Hier finde ich auch immer die Ruhe und Inspiration. Obwohl mein Schwellentroll mir genau die gleichen Dinge sagt, die Marie beschreibt.

    Meiner mosert auch öfter mal: aber du solltest doch noch, musst doch noch…… Glücklicherweise vergisst er es dann, wenn ich es doch geschafft habe, in den Wald zu gehen 🙂

    Herzliche Grüße
    Barbara

  6. Liebe Marie, lieber Frank,

    es stimmt, die Natur ist wirklich fantastisch. Für mich persönlich besonders, wenn die Sonne scheint, dann leuchten die Farben umso mehr.
    Es ist das Beste was man machen kann, wenn man am Schreibtisch sitzt und eine Blockade hat.
    Wenn ich dann raus gehe und etwas ganz anderes tue, fließt die Energie wieder.

    Liebe Grüße
    Gabi

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