Immer diese Entscheidungen treffen

Immer diese Qual, Entscheidungen treffen zu müssen

Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Das beginnt ja schon am Morgen mit der Entscheidung, ob ich aufstehen will oder doch lieber liegen bleibe. Was will ich essen, wie soll der Tag ablaufen usw.

Für eine Entscheidung muss es mindestens zwei Wahlmöglichkeiten geben.

Bei vielen Dingen laufen diese Entscheidungen ja schon ganz unbewusst ab, wir machen uns da gar keine Gedanken mehr.
Und so manche Entscheidungen werden von anderen getroffen, da entscheidet dein Partner vielleicht, was es am Abend zu Essen gibt, wohin es in den Urlaub gehen soll oder dein Vorgesetzter entscheidet, welche Aufgabe Du zu erledigen hast. Und doch entscheidest auch Du dann für Dich, ob Du diesen Weg mit gehen willst – sprich die Entscheidung teilst, oder etwas anderes tun möchtest.

Du hast immer die Wahl

Häufig denken wir Menschen, wir müssten die Anforderungen unserer Mitmenschen akzeptieren und hätten keine andere Wahl. Wir reden uns gerne damit heraus, dass es jemand anderes befohlen hat, ausgesucht hat usw. Aber das ist in meinen Augen eine Bequemlichkeit, um sich selber vor den Entscheidungen zu drücken. Die Wahrheit ist, dass ich immer, also zu jeder Zeit, die Macht habe, meine Entscheidungen selber zu treffen.

Natürlich muss ich dann auch bereit sein, die Konsequenzen dafür zu tragen. Daher solltest Du dir immer auch vor der Entscheidungsfindung über eben diese Konsequenzen Gedanken machen und dir die Frage stellen: „Bin ich bereit, die Konsequenz zu tragen, die sich aus der Entscheidung ergibt?“

Nachdem du dieses beleuchtet hast, entscheide für dich selbst.

Treffe deine eigenen Entscheidungen, denn sonst treffen Sie andere.

Wer jede Entscheidung zu schwer nimmt, kommt zu keiner.
Harold Macmillan (1894-1986), brit. Politiker u. Verleger, 1957-63 Premier

Eine Entscheidung ist nichts endgültiges

Aber auch, wenn ich eine Entscheidung getroffen habe, muss diese nicht zwangsläufig endgültig sein. Vielleicht stelle ich dann auf dem Weg zum Ziel fest, dass diese Entscheidung zu teuer ist. Hier ist eine menschliche Schwäche, dass wir hinter unseren Entscheidungen häufig etwas endgültiges sehen. Wir nehmen an, dass wir als Schwächling angesehen werden, wenn wir unsere Meinung revidieren und ziehen diese dann lieber mit den ganzen Hindernissen und Kosten durch, anstatt eine neue Entscheidung zu treffen.

Sehr oft schon habe ich genau dieses Verhalten bei Projekten gesehen. Obgleich sich abgezeichnet hat, dass diese bereits gescheitert sind, wird oft daran festgehalten und weiter Geld investiert. Es wird dann immer entgegen gestellt, dass es schon so und so viel gekostet hat. Ist das dann ein Grund, weiter Geld zu verbrennen? Ich denke nicht.

newsletter Quelle:pixabay

Die Entscheidung zu treffen ist nicht immer leicht.

Manchmal haben wir wirklich schwere Entscheidungen zu treffen, und die falsche Entscheidung kann dann schwerwiegende Konsequenzen haben.

Ich erinnere mich an eine Situation vor einigen Jahren:

„Wir waren mit dem Auto unterwegs auf der A7 auf dem Weg zu einem Termin. Kurz vor Kassel unterhielten wir uns darüber, das wir noch eine Kleinigkeit essen wollten und wo wir abfahren wollen von der Autobahn. Es kam also die Abfahrt immer näher und mein Bauch sagte mir, Hunger, aber mein Verstand sagte, dass an dieser Abfahrt nicht direkt ein Imbiss war. So fuhren wir weiter, kamen über die Bergkuppe – und nur 500 m hinter der Ausfahrt zum stehen. Zwei km voraus hatte sich ein schwerer Unfall ereignet, der zu einer vierstündigen Vollsperrung führte. Ich hatte die falsche Entscheidung getroffen, da ich anstatt meiner Intuition zu vertrauen auf meinen Verstand gehört hatte.“

Seither gehe ich bei allen Entscheidungen nach folgendem Muster vor:

Max Grundig, einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsunternehmer, wurde einmal gefragt: ‚Sagen Sie bitte, Herr Grundig, nach welchen Kriterien treffen Sie eigentlich Ihre Entscheidungen?‘ Da lehnte sich der Patriarch zurück, tippte zunächst mit dem Finger an die Stirn und deutete dann auf seinen Solarplexus: ‚Ich überlege. Mein Bauch entscheidet.‘
unbekannt

Mit dieser Art der Entscheidungsfindung fahre ich seither sehr gut.

Fazit:

Sei bereit, eine Entscheidung zu treffen. Jede Entscheidung, die Du selber triffst, ist eine gute Entscheidung. Denn Sie bringt Dich weiter. Nur Entscheidungen, die wir nicht selber treffen, sind schlechte Entscheidungen, denn in diesem Fall trifft jemand anders die Entscheidung für uns.

Dieser Artikel ist im Rahmen der Blogparade Entscheidungen von Diana Grabowski entstanden, zu dessen Teilnahme ich mich noch ganz kurzfristig entschieden habe.

Herzlichen Dank, liebe Diana, für dieses tolle Thema und die Einladung.

wer schreibt denn hier

Wenn Du mehr zu gesunder Lebensweise, Glück, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung oder über kritische Ansichten zu Natur und Umwelt wissen möchtest, dann sprich mich doch einfach an. Oder buche meinen Newsletter. Ich freue mich auch immer über die Ansichten meiner Leser in den Kommentarfeldern.

Me_webFrank Ohlsen ist Entspannungstrainer und Outdoorcoach mit den Schwerpunkten Achtsamkeit, Mentaltraining und Persönlich-keitsentwicklung. Seine Vision von einer besseren Welt lautet: Meine Reisebegleiter jeden Tag ein bisschen glücklicher machen und Wege aufzeigen, dass es so bleibt.

16 Gedanken zu „Immer diese Entscheidungen treffen“

  1. Hallo Frank,
    ein toller Einblick. Auch ich hatte ein ähnliches Erlebnis vor vielen vielen Jahren auf der Autobahn. Da war es genau andersherum. Wir fuhren und fuhren und ich sagte zu meinem damaligen Freund: „Eigentlich könnten wir doch gleich noch tanken“ Er meinte, nö lass uns weiter fahren, der Sprit reicht noch für einige 100 Kilometer. Ich weiß nicht warum, denn ich habe trotzdem an der nächste Tankstellen gehalten – und als wir weiterfuhren, gerieten wir in einen Stau – verursacht durch einen Unfall (3 alle 3 Spuren waren gesperrt) und nach und nach kamen zahlreiche Rettungshubschrauber. Der Unfall ereignete sich wenige Minuten bevor wir die Stelle erreichten….
    Danke liebes Bauchgefühl, dass ich hier auf Dich gehört habe.
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Liebe Birgit,
      Dann warst Du da ja schon weiter mit deinen Gefühlen als ich damals. Gott sei Dank – es ist immer gut, sein Bauchgefühl entscheiden zu lassen – aber eben den Verstand nicht ganz außer Acht zu lassen.
      Liebe Grüße
      Frank

  2. Lieber Frank,

    ja das mit dem Bauchgefühl kenne ich auch. Und jedes Mal wenn ich mich für meinen Kopf entschieden hatte, ist es schief gegangen. Von daher entscheide ich mich jetzt auch meist spontan, obwohl ich den Kopf trotzdem nicht immer ganz ausschalten kann und lebe dann eben mit den Konsequenzen
    😉

    herzliche Grüße
    Barbara

  3. Hallo Frank,

    ich finde deinen Punkt, dass Entscheidungen nichts Endgültiges sind, bemerkenswert.

    Häufig ist man es gar nicht selbst, sondern die Mitmenschen sinds, die sagen: Hey, wenn du das angefangen hast, musst du das jetzt auch weitermachen, bin an dein Lebensende.

    Bei mir war das bei der Berufswahl so. Aufgrund dieser vielen Kommentare habe ich mein Studium nicht abgebrochen, obwohl es der richtige Weg gewesen wäre. Tja, hinterher ist man dann immer schlauer 😉

    Liebe Grüße,
    Marie

    1. Liebe Marie,
      Es ist nie zu spät zur Umkehr. Ich habe meinen zukünftigen Weg auch erst 2011 eingeschlagen und gehe diesen weiter. Und ich muss immer noch mit Widerständen kämpfen. Nur nicht aufgeben ist eine Eigenschaft, die ich durch Kung Fu gelernt habe.
      Gib deine Träume niemals auf.

  4. Hallo Frank,
    um den Bauch entscheiden zu lassen, müssen wir erst einmal lernen, den Kopf auszuschalten. Das muss echt geübt werden, denn meistens durfte jahrelang ja der entscheiden. Aufgrund von Regeln, was die anderen sagen, weil es unlogisch erscheint … Aber je mehr wir den Bauch entscheiden lassen, kommen wir an unsere eigentliche Quelle. Und die weiß es einfach besser.
    LG
    Sybille

  5. Lieber Frank,
    bei mir war es auch der Beruf, der mich jahrelang quälte. Ich war im öffentlichen Dienst und jeder sagte mir, so eine sichere Stelle gibt man doch nicht auf. Damals war ich noch nicht so weit, mich dagegen zu entscheiden und voll dahinter zu stehen.
    Ich habe 2005 dann zum Vorwand genommen, dass ich mit meinem Mann nach Ungarn ausgewandert bin, weil er gerne in seine Heimat zurück wollte, aber im Grunde genommen war es meine bewusste Entscheidung und die habe ich nicht bereut, auch wenn wir aufgrund unseres „Schnellschusses“ von 2009 bis 2013 nochmal nach Deutschland zurück sind und erst seit Ende 2013 wieder dauerhaft in Ungarn leben.

    Liebe Grüße
    Gabi

    1. Liebe Gabi,
      auch ich habe im öffentlichen Dienst gearbeitet und tue es durch Zufall wieder. Und auch ich kenne diese Sprüche zur Genüge, dass eine solche Stelle nicht aufzugeben und der Druck auszuhalten ist. Es waren dann auch gesundheitliche Gründe, die mir dann die Notwendigkeit gezeigt haben, doch den Sprung zu tun. Jetzt bin ich rundherum zufrieden. Und das ist gut so.
      Und ich weiss, dass ich jetzt sofort eine Änderung herbei führen werde, wenn es mal anders werden sollte.
      Ich wünsche dir eine glückliche Zeit in Ungarn.
      Liebe Grüße
      Frank

  6. Lieber Frank
    Meine Entscheidungen Bauch oder Kopf halten sich wohl so ziemlich die Waage. Ich denke eine gewisse Routine hält mein Leben auch in Balance, damit ich die Bauchentscheidungen richtig geniessen kann. Somit vertraue ich meiner Intuition und hinterfrage nicht.
    Herzlichst
    Patricia

  7. Lieber Frank,
    es war eine gute „Entscheidung“, diesen Artikel zu schreiben! Denn eines ist klar: auch wenn wir NICHT entscheiden, erfolgt eine Entscheidung… nur das Ergebnis erfreut uns dann halt nicht immer.
    Danke für deine Gedanken dazu
    Liebe Grüße – Christine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei × zwei =