Möchtest du nicht auch endlich authentisch sein?

Es ist schon ein wenig her, dass ich mich mit Daniela ausgetauscht und sie dazu eingeladen habe, bei mir einen Gastartikel zu veröffentlichen. Daniela betreibt Ihren Blog bepurebeyou.de.

Hier unterstützt sie Frauen dabei, wieder zu sich selbst zu stehen. Und so passt dann auch Ihr Artikel über Authentizität wunderbar.

Lassen wir also mal Daniela zu Wort kommen.

Möchtest du nicht auch endlich authentisch sein?

Na klar, wirst du sagen. Wer möchte nicht authentisch sein. So wahrgenommen werden, wie du selbst denkst wie du bist? Aber was genau stellst du dir darunter vor?

Was bedeutet authentisch sein?

Was bedeutet eigentlich Authentizität? Das Wort lässt sich schon so schwierig aussprechen. Findest du nicht auch? Und noch schwieriger scheint es zu sein, Authentizität zu beschreiben oder geschweige dann auch noch zu sein.

Wikipedia’s Definition von Authentizität ist, „dass das Handeln einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, sondern in der Person selbst begründet liegt. Gruppenzwang und Manipulation beispielsweise unterwandern persönliche Authentizität.“

Interessanterweise definiert jeder dann auch authentisch sein für sich anders. Jeden, den du fragen wirst, wird dir wahrscheinlich etwas anderes sagen. Denn jeder hat eine andere subjektive Wahrnehmung bzw. Definition von Authentizität.

Was ist für dich Authentizität?

Wie definierst du authentisch sein? Für mich bedeutet es, bewusst zu sein, wer ich bin. Ich kenne also meine Stärken und Schwächen, meine Werte und Bedürfnisse, meine Gefühle und Motive.

Nehmen wir mal an, ich habe mich für heute Abend mit einer Freundin zum gemeinsamen Sport machen verabredet. Ich hatte einen anstrengenden Tag im Büro und will aber nur noch auf mein Sofa, ein gutes Buch nehmen und lesen und einfach meine Ruhe haben.

Was mache ich? Gehe ich zu meiner Verabredung mit meiner Freundin, obwohl ich darauf eigentlich keine Lust habe oder bleibe ich zu zuhause?

Jetzt musst du wissen, dass ich nicht gerade eine Sportskanone bin und Sport auch nur meiner Gesundheit zu liebe mache. Darüber hinaus hege ich keine sportlichen Ambitionen. Ich lese lieber ein Buch, weil mich das mehr entspannen lässt als mit hochroten Kopf im Sportstudio Gewichte zu heben.

Ich weiß also durch vorherige Selbstreflexion genau, dass ich die Ruhe alleine zu Hause auf dem Sofa dem Trubel im Sportstudio vorziehe. Ich kenne mein Bedürfnis nach Ruhe.

So weit so gut. Jetzt muss ich meiner Freundin irgendwie klar machen, dass ich keine Lust auf das Sportstudio habe. Ich muss also ehrlich zu mir und zu ihr sein. Das mag zwar für meine Freundin nicht nachvollziehbar sein und sie wird vielleicht auch sauer sein, dass ich so kurzfristig absage.

Aber sie hat so die Möglichkeit, meine Bedürfnisse ebenfalls kennen zu lernen. Wenn ich ihr also ehrlich sage, dass ich keine Lust habe, weil ich einen anstrengenden Tag hatte und ich eher alleine entspannen kann und mich der Trubel im Sportstudio nur noch mehr stressen würde, würde sie zumindest erkennen, dass ich ehrlich bin.

Sie wird erkennen, dass ich nicht nur ehrlich bin, sondern auch konsequent.

Mal angenommen, ich würde das jetzt öfter machen. Dann würde ich mir wahrscheinlich den Unmut meiner Freundin zuziehen, aber ich würde konsequent nach meinen Bedürfnissen handeln, auch wenn das bedeutet, dass ich meine Freundin dadurch verärgere. Das ist dann ein Nachteil, den ich in Kauf nehme.

Du siehst, authentisch zu sein erfordert auch Mut. Mut, die eigene Persönlichkeit zu akzeptieren und anderen zu zeigen, wer du bist. Dazu gehört auch, deine Schwächen und negativen Seiten zu akzeptieren und diese ebenfalls gegenüber anderen nicht zu leugnen.

Für mich bedeutet das authentisch zu sein. Was bedeutet es für dich?

Authentisch sein in verschiedenen Rollen

Jetzt wirst du sagen, hoppla, wenn ich meiner Freundin ehrlich sagen kann, was ich denke, dann kann ich das ja mit meinem Chef auch machen. Ich sage ihm einfach, dass ich heute früher Feierabend machen muss, weil ich meine Ruhe brauche. Wirst du wahrscheinlich nicht machen. Denn es ist ja dein Chef.

Wie kommt das? Mit deiner Freundin darfst du ehrlich umgehen und mit deinem Chef nicht? Doch! Du wirst es nur anders machen, aber dennoch kannst du authentisch bleiben.

Wir spielen in unserem Leben mehrere Rollen. Wir sind Töchter, wir sind Kollegen, wir sind Partner, wir sind Freunde und wir spielen noch viel mehr Rollen. Und in jeder Rolle benehmen wir uns anders. Wir agieren der Situation angemessen.

Was ist der Vorteil von Authentizität?

Der Vorteil liegt auf der Hand. Wenn ich ehrlich mit mir bin und weiß, wer ich bin, kann ich auch ehrlich mit anderen sein und erleichtere ihnen, ebenfalls sie selbst zu sein.

Du erhältst eine souveräne und charismatische Ausstrahlung und das in jeder Situation und kannst so auch gut Vorbild für andere sein.

Du machst dich unabhängig von anderen, ihren Meinungen und Launen. Du ruhst in dir selbst. Das ist ein tolles Gefühl und dieses Gefühl strahlst du dann aus.

Wie kannst du authentisch sein bzw. werden?

Authentisch zu sein kannst du lernen. Es ist wie eine Reise. Wenn du dich heute entscheidest, dass du authentischer sein möchtest, dann habe Geduld. Das geht nicht über Nacht, aber die Reise zu dir selbst lohnt sich.

Das kannst du tun:

  • Werde dir deiner Stärken und Schwächen bewusst.
  • Liebe deine Stärken UND Schwächen.
  • Liebe dich selbst.
  • Überprüfe deine Gedanken. Was du denkst, wirkt sich auf deine Gefühle aus und diese auf dein Verhalten.
  • Überprüfe deine Körpersprache, deine Mimik und Gestik.
  • Sei ehrlich und berechenbar.

Authentisch zu sein beginnt bei dir. Also lerne dich selbst kennen, beobachte dich, überprüfe deine Gedanken und zeige den Menschen, wer du bist.

Was hat Authentizität mit Achtsamkeit zu tun?

Wenn ich achtsam bin, nehme ich Dinge besser wahr und kann so besser reflektieren. Authentizität setzt Achtsamkeit voraus.

Probiere mal folgenden Tipp, um achtsamer zu sein. Setze dich jeden Abend hin und schreibe auf, was du tagsüber erlebt hast. Das kann das gute alte Tagebuch sein oder einfach ein Zettel, den du dir vielleicht irgendwo hinhängen möchtest, um dich zu erinnern.

Schreibe auf, was du heute besonders gut gemacht hast, wobei du Glück hattest oder wem du eine Freude machen konntest. Was hast du dabei gefühlt? Schreibe alles auf, was dir einfällt ohne groß nachzudenken. Am besten mit möglichst viel Details.

So kannst du einen Weg finden, die Dinge, die dir tagtäglich passieren, intensiver wahrzunehmen. Probiere es aus.

Mögliche Schritte zu mehr Authentizität

Fange also nun an mit deiner Reise an und starte einmal ganz von vorn. Wer oder was hat dich als Kind geprägt, wer oder was als Jugendlicher und als junger Erwachsener?

Wie hast du deine Eltern wahrgenommen, waren sie für dich Vorbild oder wolltest du nur anders sein wie sie?

Welche Werte und Bedürfnisse hast du bzw. hast du übernommen von den Menschen, die dich geprägt haben?

Was kannst du besonders gut, was zeichnet dich aus?

In welchen Rollen agierst du? Bist du Mutter/Vater, Kind, Chef/Chefin, Angestellte/frei beruflich und und und?

Wo sind deine Grenzen und wie schaffst du es, dir diese zu erlauben und zu verteidigen?

Deine Reise ist hier natürlich noch lange nicht zu Ende. Diese Fragen sollen dich nur animieren, über dich nachzudenken und dich besser kennen zu lernen.

Fazit

Authentisch zu sein, kann man lernen. Es ist wie eine Reise, eine Reise zu dir selbst. Finde heraus, wer du bist und stehe zu dir. Das macht dich authentisch. Die Menschen werden es dir danken, wenn du authentisch bist, denn das versetzt andere selbst in die Lage, authentisch zu sein.

Sei authentisch und schreibe mir, was du über diesen Artikel denkst und wie deine Reise zu dir aussieht.

Daniela WieseDaniela Wiese arbeitet als Managementassistentin und unterstützt auf www.bepurebeyou.de Frauen im Büro dabei, zu sich selbst zu stehen, sich selbst ernst zu nehmen, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu setzen.
Auf ihrem Blog kannst du dir ihre 6 Tipps für einen entspannteren Arbeitstag holen und erfahren, wie du mit ganz einfachen Möglichkeiten wieder entspannter und glücklicher wirst.

13 Gedanken zu „Möchtest du nicht auch endlich authentisch sein?“

  1. Liebe Daniela,
    das ist ein ganz wertvoller Artikel, vielen Dank dafür! Du wirst dir an dem einen Abend vielleicht den Unmut deiner Freundin zuziehen, vielleicht auch mehrmals, aber auf der anderen Seite wird sie dankbar sein, dass du so ehrlich und authentisch bist und das auch zu schätzen wissen.
    Denn damit gibst du ihr auch die Chance, authentisch zu sein. Das macht das Leben schöner!
    Alles Liebe,
    Martje

    1. Liebe Martje,
      genau das bestätigen auch meine eigenen Erfahrungen. Vielleicht gibt es auch mal die eine oder andere Person, die damit nicht umgehen kann, doch ganz ehrlich, dann hat Sie mich als Freund auch nicht verdient. Ich mache mir da dann keine Vorwürfe.
      Herzliche Grüße
      Frank

    2. Liebe Martje,
      es macht das eigene Leben so viel einfacher und man fühlt sich gelassener, wenn man nicht immer auf die Bedürfnisse anderer eingeht und lieber sich selbst treu bleibt. Auf lange Sicht sortiert man so Menschen aus seinem Umfeld aus, die nicht zu einem passen oder einem nicht gut tun. Dabei kann man nur gewinnen.
      LG Daniela

  2. Liebe Daniela,

    an meiner Authentizität habe ich jahrelang gearbeitet. Es war für mich äußerst schwer und ist es manchmal ehrlich gesagt heute noch, denn es erfordert tatsächlich Mut. Mut zum Nein zu Anderen, aber dafür Mut zu mir und zu meinen Bedürfnissen.
    Aber mit der Übung wird es immer einfacher und ich fühle mich selbst immer wohler.
    Herzliche Grüße
    Barbara

  3. Liebe Barbara,

    danke für deinen Kommentar. Schön, dass du diese Reise zu mehr Authentizität schon gegangen bist. Es lohnt sich, oder? 😉 Klar, so ein Weg ist nicht einfach. Wenn es schwer fällt, ist es auf jeden Fall der richtige Weg. Ist es einfach, ist es nicht dein Weg. Wenn man es immer nur anderen recht machen möchte, bleibt sicher immer einer auf der Strecke, und zwar du. Daher lohnt es ich immer, für sich und seine Bedürfnisse zu kämpfen. Und dabei kann man nur gewinnen. Ich wünsche mir, dass ganz viele Frauen ihren Weg gehen und sich diesen nicht von anderen diktieren lassen.

    Liebe Grüße
    Daniela

  4. Liebe Daniela,
    ich bin begeistert von deinem Beitrag! Großartig, dass du genau dieses Thema ansprichst, mit dem wir immer wieder zu kämpfen haben.
    Darf ich das? Was werden die anderen sagen? Werde ich dann noch gemocht?….

    Ja zu sich selber zu sagen bedeutet eben oft auch ein Nein zu anderen Menschen und das fällt nicht immer leicht. Besonders dann nicht, wenn wir es zu jemandem sagen müssen, den wir gern haben.

    Liebe Grüße
    Christine

    1. Hallo liebe Christine,

      danke für deinen Kommentar und freut mich, dass dir mein Beitrag gefallen hat. 🙂

      Stimmt, das fällt verdammt schwer, anderen vor den Kopf zu stoßen. Erst recht, wenn man denjenigen mag. Aber wenn man sich dafür selbst verstellen muss, hat niemand gewonnen. Ich selbst nicht und der andere auch nicht. Über kurz oder lang funktionieren Beziehungen, die nicht auf gegenseitiges Akzeptieren basieren, sowieso nicht. Also warum Energie in Beziehungen stecken, die es nicht wert sind?

      Liebe Grüße Daniela

  5. Liebe Daniela,
    authentisch zu sein ist gar nicht so einfach, vor allem weil man ja bereits als Kind und dann in der Schule sein eigenes ICH überhaupt nicht leben – geschweige denn entfalten kann. Und sich dieses dann später anzueignen- ist mühevoll und mit vielen Hindernissen verbunden – zumindest ist das meine Erfahrung. Doch es ist so wichtig authentisch zu sein, denn nur so wird man ja auch ernst genommen, wirklich wahr genommen. Auch bin ich der Meinung, dass es der Gesundheit zugute kommt, wenn man Selbst sein darf und sich nicht verbiegt – also wenn man authentisch ist.
    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel.
    Liebe Grüße
    Birgit

    1. Hallo liebe Birgit,

      auch dir vielen Dank für deinen Kommentar. Mir erging es ganz ähnlich. Schon in der Kindheit musste ich immer hören: „Das macht man nicht“ und „Was sollen denn die anderen denken“. Diese Glaubenssätze verinnerlicht man natürlich als Kind und es ist schwer, diese später wieder aufzubrechen. Aber es funktioniert und es ist ein schönes Gefühl, wenn man diese „Gewissensbisse“ nicht mehr spürt und darauf hört, was man selbst denkt und eben nicht die anderen. Und auch bei mir gab es einige unschöne Situationen, die mich dann animiert haben, mich und meine Gesundheit mehr zu achten. Denn das ist richtig, die Gesundheit leidet irgendwann darunter, ist aber dann ein „netter Wink mit dem Zaunpfahl“, endlich mehr auf sich zu achten. 😉

      Liebe Grüße Daniela

    1. Hallo liebe Gabi,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich bin mir sicher, dass du auf einem guten Weg bist. Allein die Tatsache, dass du dich mit diesem Thema beschäftigst und an dir arbeitest, ist doch schon ein großer Schritt und es wird immer wieder Rückschläge auf dem Weg, authentischer zu sein, geben. Aber das gehört dazu. Bleibe einfach dran.

      Liebe Grüße Daniela

  6. Liebe Daniela,

    danke für diesen offenen Artikel!
    »Authentisch sein« ist vor allem nicht einfach, weil die meisten von uns schon als Kind es eben nicht sein sollten. Ich z.B. musste »vernünftig und brav« sein.
    Also übe ich heute munter und mutig meine Authenzität 😉 Und stelle fest, es fällt mir immer leichter und leichter… Wobei ich mir wünsche, noch schneller meine Bedürfnisse zu erkennen und auch auszudrücken. Ich glaube, der Weg ist hier das Ziel 😉

    Alles Liebe, Stefanie

    1. Hallo liebe Stefanie,

      danke für deinen Kommentar. Ich sehe das genauso wie du. Authentisch zu sein bzw. zu werden, ist wie eine Reise und diese ist auch nicht immer einfach. Jeder kleine Schritt auf dieser Reise zu sich selbst ist jedoch wertvoll. Und umso mehr Schritte wir machen, umso stärker werden wir mit den Erfahrungen, die wir machen konnten.

      Ich wünsche dir alles Gute bei deiner Reise. 🙂

      Liebe Grüße
      Daniela

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