Frust? Lass es raus!

Frust? Lass deinen Unmut raus, aber richtig!

Wir Menschen sind schon eigenartige Wesen.
Um andere nicht zu verletzen, tun wir uns oft selber weh, fressen unseren Frust über die Arbeit, über den lauten Nachbarn, über unseren Partner usw. hinunter.
Am nächsten Tag sieht es dann ja oft nicht mehr so schlimm aus, bis dann unsere Nerven beim nächsten Mal erneut strapaziert werden.

Ich halte es für überaus wichtig, unseren Ärger raus zu lassen – nicht, indem wir den anderen willentlich verletzen, sondern indem wir über das, was uns auf die Nerven geht, mit der betreffenden Person reden.
Das mag dieser wohl nicht gefallen, Sie fühlt sich dann eventuell auch von uns angegriffen, hält uns für spießig oder was auch immer, aber darauf kommt es nicht an. Es hilft uns selbst, mit dem Erlebten umzugehen, und wenn wir Glück haben, versteht uns unser Gegenüber und ändert sein Verhalten entsprechend.

Denn unser Gegenüber macht das meist nicht, um uns zu verletzen. Auch wir mögen mit unserem Verhalten unser Gegenüber verletzen, und wir machen uns da auch keinerlei Gedanken drum. Wir sind so mit uns selbst beschäftigt, dass wir gar nicht merken, wenn wir die Freiheit des anderen eingrenzen, ihn verletzen oder auf die Nerven gehen.

Die menschliche Psyche ist schon erstaunlich. Ich vergleiche es immer mit dem Fass, was dann der eine Tropfen zum Überlaufen bringt. Niemand kann sagen, wann das genau passiert. Aber es ist wie in der Physik.

Nehmt dieses besagte Fass, bevor es überläuft, baut sich eine Oberflächenspannung auf. Es ist so gut wie unmöglich, zu sagen, wann es überläuft, denn es ist von vielerlei Faktoren abhängig, unter anderem vom Luftdruck, der auf die Wasseroberfläche wirkt, von Temperatur, von der Größe des Tropfens und auch von der Höhe, aus der dieser auf die Oberfläche trifft, aber es ist tatsächlich so, dass ein Tropfen sprichwörtlich ausreicht, bis dann diese Spannung aufbricht und sich ein Schwall aus dem Fass ergießt.

Bei uns Menschen ist es oft genau so, und dann wundern wir uns, warum unser Gegenüber so überreagiert.

Genau aus diesem Grund versuche ich immer direkt meine Sorgen anzusprechen, bevor es zum Überlaufen kommt. Denn auch wir können dann nicht mehr steuern, wie die Reaktion aussieht.
Friedvolle Menschen sind aus heiterem Himmel aggressiv geworden und haben den anderen oft angegriffen.
Und ebenfalls genau aus diesem Grund sollten wir auch immer überlegen, was wir mit unserer Handlung bewirken können, und diese dann entsprechend überdenken, bevor wir in die Handlung gehen.

Bei der Äußerung dessen, was uns aufregt, sollten wir immer versuchen, diese mit Wertschätzung unserem gegenüber zu äußern. Damit es dabei nicht weiter eskaliert – wir gebe all zu schnell unseren Unmut preis und verletzten dann den Anderen – sollten wir lieber davon sprechen, wie wir uns dabei fühlen. Sprechen wir von unseren Gefühlen, dann sind wir bei uns.

Es wird nicht als Schwäche angesehen, wenn du Gefühle zeigst. Es ist sogar so, dass wir dadurch wachsen. Probiere es aus.

Quelle des Artikelbildes: Winternitz / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

14 − 14 =